Ärztemangel

Die ärztliche Versorgung in unserer Region muss besser werden. Bei der Genehmigung von Arztpraxen darf nicht der Maßstab wie in Großstädten angelegt werden. Weite Wege sind zu berücksichtigen. Im Bild Sontra-Thurnhosbach.

Die Tatsache des Fachärztemangels ist in unserer Region bereits angekommen und droht nicht erst. Der bisher angewande Schlüssel der Bedarfsplanung ist längst überholt und für den ländlichen Raum unverantwortlich. Die Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung „25 km sind durchaus zumutbar“ und diesen als Richtwert anzusetzen, ist ein Schlag ins Gesicht vieler Seniorinnen/Senioren in unserer dörflichen Struktur.

Als weiteres Problem unseres Wahlkreises Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner sieht Dr. Ngassa die Unterversorgung mit Hausärzten. Mögliche Gründe dafür sind, dass über 50 Prozent der Arbeitszeit eines Mediziners mittlerweile für die Administration und für die Dokumentation aufgewendet werden muss. Da ist noch kein Patient fertig untersucht oder gar behandelt worden. Der Arzt hat nur den gesetzlichen Anordnungen und Verordnungen Genüge getan.

Weitere Probleme: Ärzte haben mit den Gesundheitsämtern, den kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen um eine entsprechende Zulassung am gewünschten Standort zu kämpfen. Weiterhin müssen Ärzte damit rechnen, keine Kollegin oder Kollegen im eigenen Krankheits-, Fortbildungs- oder Urlaubsfall engagieren zu können.

Es hapert an der Politik im Allgemeinen, an der deutschen Regelungswut, insbesondere an der Patientenpauschale, Fallpauschale, Budgetierung und an der Verschreibungsverordnung. Der Umsatz einer Landarztpraxis reicht nicht immer aus, um teures medizinisches Gerät zu unterhalten und Arzthelferinnen angemessen zu entlohnen. Zudem kommt, dass Ärzte nach einer Patientenbehandlung bis zu 2 Jahren später von den Kassen in Regress genommen werden und zur kompletten Rückzahlung der erhaltenen Gesundheitsgebühren gezwungen werden können.

Viele Ärzte sind bereits nach 6-8 Wochen eines Quartals am Budgetlimit angekommen. Bis zum Quartalsende hat der Arzt keine Quote mehr für Rezepte und arbeitet auch schon nahezu umsonst. Da könne er auch die Praxis urlaubsbedingt schließen. Das wird auch immer öfter Realität. Der betroffene Einwohner hat das Nachsehen. Hier liegt nach Dr. Ngassa ein zentrales Problem, welches in der Bundesrepublik angegangen und zum Positiven reformiert werden muss, damit wir wieder Fach- und Hausärzte in die ländliche Region bekommen.

Dr. Emmanuel Ngassa fordert daher: Finanzielle Unterstützung für niederlassungswillige Ärztinnen und Ärzte, insbesondere für solche, die aus der Region stammen oder ein langfristiges Interesse an der Region haben, steuerliche Anreize, erleichterte Finanzierung von Praxisgründungen durch Bürgschaften durch das Land und den Kreis sowie ein Landarztstipendium. Weiterhin die Förderung von Gemeinschaftspraxen, insbesondere Aufweichung der Zulassungsquoten für den ländlichen Raum. Der Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur, insbesondere der Telekommunikation und Internet sind nach Dr. Ngassa ebenso notwendig, damit ländliche Praxen auch mit weiter entfernten Gesundheitseinrichtungen kommunizieren können (z.B. Verschicken von großen Datenmengen wie CT oder MRT Bildern).

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Ärztemangel, Brennpunkte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s